Rückblick: Lehrgang vom 27. – 29.09.2013

9. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Bujinkan Budo
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Gruppenbild

Thema unseres Seminarwochenendes mit Holger Kunzmann war das Kukishinden Ryu Happō Bikenjutsu | 九鬼神伝流八法秘剣術, eine traditionsreiche Schule mit einem sehr umfangreichen Lehrplan. In den folgenden Monaten werden wir uns im Sakura Dōjō sowohl im Taijutsu, als auch im Waffentraining mit den Inhalten dieser Schule beschäftigen und so stellte dieses Seminar sozusagen den Auftakt für unser Training in der nächsten Zeit dar.

Im Freitagstraining trainierten wir mit

  • Seion | 生音 und
  • Kubiwa | 首輪

zwei Formen der ersten Lernstufe des Kukishinden Ryu Dakentaijutsu (unbewaffneter Kampf). Nach dem Training der jeweiligen Grundform konzentrierten wir uns vor allem auf verschiedene Anwendungsmöglichkeiten und erkannten bei der Umsetzung der Prinzipien sehr schnell die „Knackpunkte“ der Formen und auf welche Prinzipien die Kata (Bewegungsabläufe) besonderen Wert legen.

kuki_art_01Mit dem Training allgemeiner Grundlagen (Handhabung, Schlagtraining, etc.), ein paar Abläufen der Kihon Gata und schliesslich Formen der Keiko Sabaki Gata konzentrierten wir uns an den verbleibenden beiden Tagen auf die Grundlagen im Umgang mit dem Rokushakubo (ca. 180cm langer Stock).

Nach einem relativ „ruhigen“ Auftakt am Samstag vormittag, mit dem wir eine gemeinsame Basis im Umgang mit dem Stock schufen, gingen wir anschliessend dazu über die Formen zunächst aus vier verschiedenen Blickwinkeln zu trainieren:

  1. grundlegender Ablauf mit dem Bo
  2. grundlegender Ablauf mit dem Bo inkl. kleiner Veränderungen bzgl. Winkel und Distanz zum Gegner
  3. grundlegende Verteidigung (Sabaki inkl. Distanzen und Winkel, Ausweichen und Schützen)
  4. an die jeweilige Situation angepasste Aktionen / Reaktionen mit dem Schwert

Anschliessend fügten wir diese Teilaspekte wieder zu einem „Ganzen“ zusammen und erhöhten damit die Intensität des Trainings.

Diese Herangehensweise ermöglichte es uns, auch die „nicht-sichtbaren“ Bereiche der Formen (Distanz, Timing, Rhythmus, Balance, „Feeling“) zu erkennen und konzentriert zu üben. Gleichzeitig bekamen die ansonsten starren Bewegungsabläufe deutlich mehr Dynamik und auch das Verständnis der Rollenverteilung zwischen Tori (Verteidiger) und Uke (Angreifer) nahm spürbar zu. So ist Uke keinesfalls nur das „Opfer“ mit der unterlegenen Waffe und je nach Distanz und individueller Fähigkeit wechseln Vor- und Nachteil in der jeweiligen Situation sehr schnell.

kuki_art_02Den Abschluss bildete eine Reihe von Randori-ähnlichen Übungen, in denen wir mit einer eindeutigen Aufgabenstellung und mit Softwaffen ausgerüstet relativ frei agieren konnten. Schnell wurden die Vorteile von Schaumstoffwaffen klar, die ein ungefährliches „Ausprobieren“ dynamischer Bewegungen und somit auch direkt weitere Erkenntnisse um die Natur und Zielsetzungen der Kata ermöglichen.

Andererseits verliert man im Umgang mit diesen Waffen auch schnell den Respekt vor Treffern und tendiert manchmal dazu, nachzusetzen, obwohl man bei der Nutzung „echter“ bzw. von Holzwwaffen dazu nicht mehr in der Lage gewesen wäre.

Trotzdem ist solch ein Training ein sehr nutzbringendes Element, um den Sinn und Zweck der Trainingsinhalte umfassender zu verstehen. Grundvoraussetzung dabei ist allerdings ein Verständnis für das jeweilige Trainingsumfeld (veränderte Handhabung der Softwaffen und das „Erkennen“ und Respektieren von Treffern).

In den kommenden Monaten werden wir uns mit den Seminarinhalten detailiert und intensiv auseinandersetzen und so eine gute Grundlage für das weitere Training mit Langwaffen legen.

Ein paar erste Bilder finden sich bereits in unserer Galerie, die in Kürze vervollständigt wird: > zur Galerie

Desweiteren haben wir einen kurzen Rückblick auf YouTube eingestellt:

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